Ortstermin des im Privatauftrag tätigen Sachverständigen:

Der privat tätige Sachverständige schließt mit seinem Auftraggeber einen Werkvertrag gemäß §§ 631 ff. BGB. Das Pflichtprogramm ergibt sich dann aus der mit dem Auftraggeber geschlossenen Vereinbarung. In der Regel bestimmt dieser Auftraggeber in seinem Auftrag Angebot, ob und wie der Sachverständige seinen Ortstermin durchzuführen habe sowie ob und wen dieser Sachverständige dann an seinen „Vor-Ort-Ermittlungen“ teilhaben lassen darf; dem so privat angegangenen Sachverständigen steht aufgrund seiner Privatautonomie grundsätzlich frei, ob er den Auftrag dieses Kunden unter diesen genannten Bedingungen annehmen will.

Zu beachten ist bei einem privat beauftragten Sachverständigen und darauf sollte dieser seinen Auftraggeber hinweisen, dass die Verwertbarkeit und auch die Überzeugungskraft eines Privatgutachters gesteigert wird, wenn die Durchführung der örtlichen Besichtigung beim Ortstermin eines gerichtlichen Sachverständigen entspricht. Dies ist der Fall, wenn der privat tätige Sachverständige den potenziellen Gegnern des Auftraggebers ein realisierbares Teilnahmerecht einräumt und betreffend den Ortstermin des privaten Sachverständigen ferner die Grundsätze der Parteienöffentlichkeit gewahrt werden.  

Quelle: OLG Düsseldorf 39 O 42/15,