Zum Raumausstatterhandwerk zählt auch der Fachbereich Polstermöbel und hierbei auch die Begutachtung industriell gefertigter Polstermöbel. Zum einen ist es aus Sicht der Handwerkskammern unstreitig, dass die von ihnen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen Produkte begutachten, die einmal vom diesem Handwerk gefertigt wurden und bei denen immer noch der Mensch und so die handwerkliche Arbeit im Vordergrund steht.

Ein entsprechender Kenntnisstand im Handwerk muss aufgrund der Ausbildung, immer noch gegeben sein. (d.h. die das Handwerk weiterhin fertigen oder auch reparieren kann), auch wenn es Leistungen der Industrie betrifft. (d.h. dass z.B. Sachverständige für das Tischlerhandwerk, KFZ, Installateure und Schneider industriell hergestellte Produkte wie Möbelstücke Kleidung von der Stange, Autos und Heizungen begutachtet und bewerten können.

Zugleich werden insbesondere industriell gefertigte Polstermöbel zwar in Serie, aber noch mit sehr viel „Man-Power“, also in Handarbeit hergestellt.

Der Sachverständige hat dabei die Produktionsweise der Industrie unter Berücksichtigung der geltenden Bewertungsmaßstäbe und Regelwerke zu berücksichtigen. Darüber hinaus führt insbesondere der Expertenkreis des Sachverständigenrates für industriell gefertigte Polstermöbel im BSR, regelmäßige Schulungen und Fortbildungen speziell für den Bereich „industriell gefertigte Polstermöbel" durch, an denen unsere geschulten Sachverständige teilnehmen. 

 

Schadstoffe in Polstermöbel!

 

In einem Fall sollte   der Beweis erbracht werden, über die Behauptung eines Klägers, dass bei dem von   ihm in einem Möbelhaus erworbenen Sofas, erhebliche störende und  gesundheitsbeeinträchtigende Chemikaliengerüche und Ausdünstungen ausgingen. Die  Ausdünstungen sollten so stark sein, dass er Atemnot und brennende Augen bekam.

Zur Sache: im November   2012 kaufte der Kunde in einem Möbelhaus ein Sofa, dass im Februar 2013   geliefert wurde. In der von dem Händler übergebenen Produktinformation wurde   auf mögliche Geruchsbelästigung, die bei neuen Möbeln entstehen können   hingewiesen. 

Nach 16 Monaten wandte   sich der Kunde mit einem Schreiben an den Möbelhändler und wies auf die noch   immer störenden Gerüche und die seiner Meinung nach auch seiner Gesundheit   beeinträchtigend seien hin.

Er klagte über   Atemnotanfälle und andere gesundheitliche Befindlichkeiten und schlug dem   Händler eine Rücknahme und Tausch vor. 

Das Möbelhaus   erwiderte das Schreiben höflich aber bestimmt mit der Erklärung, dass der   Hersteller stets die gesetzlichen Bestimmungen zur Einhaltung der Obergrenze   der Verpackung und der Möbel beachte.

Da es Ihm als Rentner   finanziell nicht möglich war auf eigene Kosten ein Umweltlabor zu   beauftragen, oder das Sofa zu entsorgen und kein Polstermöbel mehr zu haben,   wandte er sich an einen Anwalt und es kam zu einem Rechtsstreit.

Zur Feststellung der   Sachlage und des IST-Zustandes wurde ein Ortstermin im August 2015, also 32   Monate später anberaumt. Zu dem Ortstermin wurden Luftproben und  Materialproben der Baustoffe (Gestell, Polsterschaum, Stoff und Abdeckung)   des Sofas zur Feststellung der Ausdünstungen auf Formaldehyd, VOC und anderen  Umweltgiften genommen und einem Labor zur Überprüfung übergeben.

Das Labor konnte eine   Konzentration von Formaldehyd, VOC und einigen anderen Umweltgiften   feststellen, die in Kombination der genommenen Material- und Luftproben,   erheblich über den zulässigen gesetzlichen Grenzwerten lag.

Fazit: nach 32 Monaten   war der zulässige Grenzwert der festgestellten Umweltgifte noch überschritten.   Da durch Wärme und Lüften, schädliche Stoffe gemindert werden, ist davon   auszugehen, dass die anfängliche gesundheitliche Belastung, die der Kunde   ausgesetzt war im Laufe von 32 Monaten gemildert wurde. Wie hoch die  anfängliche Belastung durch Schadstoffe und Umweltgifte zum Zeitpunkt der  Lieferung tatsächlich war, konnte zum Zeitpunkt des Ortstermins nicht mehr nachgewiesen   werden. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Gesundheitliche   Belastung der festgestellten Wohngifte zu diesem Zeitpunkt um ein vielfaches   höher lag. In diesem Fall hat der Kläger den gerichtlichen Klageweg  eingehalten und so eine schwerwiegende Krankheit in Kauf genommen.

Gerade in diesem Fall hätte   durch ein sofortiges beauftragen eines Sachverständigen zur Feststellung von   Schadstoffen, ohne den üblichen Rechtsweg zu nehmen und auf die Leistungen der Rechtsschutzversicherung   zu warten, dass das gesundheitliche Risiko gemindert.

Der Händler musste in   diesem Fall die Polstermöbel zurücknehmen und nicht nur den Kaufpreis   erstatten, sondern auch die angefallenen Gerichts- und Anwaltskosten tragen.


 


Anforderung an Polstermöbel !

 

Wenn Sie auf Ihrem neuem Sofa, Sessel, oder Stuhl schlecht sitzen, weil die Polster zu weich sind und das Leder Falten oder Risse hat oder der Stoff Fäden zieht und und und........ kann ich Ihnen durch Überprüfung und fachliches Wissen eine Antwort zu den Beanstandungen und einem Mangel geben.

Polstermöbel welche handwerklich oder industriell hergestellt werden, müssen nach den anerkannten Regeln des Fachs, sowie dem Stand der Technik gefertigt sein, die dient als Bewertungsgrundlage.  

Hierbei wird bei der handwerklichen Arbeit ein höherer Anspruch in der Ausführung zu Grunde gelegt und verlangt.

Bei industriell hergestellten Polstermöbel können aufgrund der  Stückzahlen größere Abweichungen innerhalb der Fertigung  auftreten.